Shorin Ryu Seibukan Karate · Matayoshi Ryu Jinbukan Kobudo · seit 1989 in München

Das Dojo (道場) ist mehr als ein Sportraum – es ist ein Ort des Respekts, der Konzentration und der Gemeinschaft. Die Dojo-Etikette ist kein leerer Formalismus. Sie schafft eine Atmosphäre, in der ernsthaftes Training möglich ist, und vermittelt Werte, die über die Kampfkunst hinausgehen.

Beim Betreten und Verlassen des Dojos

  • Beim Betreten und Verlassen des Dojos: stehende Verbeugung (Ritsu Rei) in Richtung Kamiza (Ehrenseite des Raums)
  • Schuhe werden vor dem Dojo ausgezogen – der Trainingsbereich wird nur barfuß betreten
  • Die Trainingskleidung (Karate-Gi oder Dogi) ist sauber und ordentlich
  • Man kommt pünktlich. Wer zu spät kommt: im Türrahmen stehen bleiben, warten bis Sensei den Eintritt erlaubt, dann verbeugen und leise einreihen

Die Begrüßungszeremonie (Training-Beginn)

Jedes Training beginnt mit einem festen Zeremoniell:

  1. Aufstellung nach Gürtelgrad (höchster Grad rechts)
  2. „Seiza!" – formelles Hinknien (linkes Knie zuerst)
  3. „Mokuso!" – ca. 30–60 Sekunden stille Meditation
  4. „Mokuso Yame!" – Ende der Meditation
  5. „Shomen ni Rei!" – Verbeugung zur Ehrenseite
  6. „Sensei ni Rei!" – Verbeugung zum Lehrer. Schüler sprechen: „Onegai shimasu!" (Bitte unterrichte mich)
  7. Aufstehen (rechtes Knie zuerst)

Die Verabschiedungszeremonie (Training-Ende)

Gleicher Ablauf – mit dem Unterschied:

Bei „Sensei ni Rei" sagen die Schüler: „Arigato gozaimashita!" (Vielen Dank – Vergangenheitsform, weil das Training abgeschlossen ist)

Während des Trainings

  • Auf Kommandos wird mit „Hai!" (はい – „Ja" / „Verstanden") geantwortet – nicht „Oss"
  • Gespräche während des Trainings nur wenn notwendig und leise
  • Kein Schmuck, keine Uhren (Verletzungsgefahr)
  • Der Gi bleibt immer ordentlich – zwischendurch richten ist erlaubt und erwünscht
  • Partnerübungen werden mit echter Konzentration und Kontrolle ausgeführt – nicht hastig

Partner-Etikette

  • Vor und nach jeder Partnerübung verbeugen sich die Übenden gegenseitig
  • Den Partner immer mit Respekt behandeln – auch wenn die Technik nicht klappt
  • Keine übermäßige Kraft gegen Anfänger oder kleinere Partner
  • Feedback freundlich und konstruktiv, falls überhaupt: das ist Aufgabe des Sensei

Das Dojo Kun – Die Leitsätze des Dojos

Der Dojo Kun (道場訓) ist eine Sammlung von Verhaltensleitsätzen, die das Wesen des Karate über die Technik hinaus beschreiben:

  1. Hitotsu – Jinkaku kansei ni tsutomuru koto – Strebe nach der Vollendung des Charakters
  2. Hitotsu – Makoto no michi wo mamoru koto – Gehe den Weg der Aufrichtigkeit
  3. Hitotsu – Doryoku no seishin wo yashinau koto – Fördere den Geist des Strebens
  4. Hitotsu – Reigi wo omonzuru koto – Achte auf gutes Benehmen und Respekt
  5. Hitotsu – Kekki no yu wo imashimuru koto – Meide jede Form von unkontrolliertem Temperament

Jeder Leitsatz beginnt mit „Hitotsu" (Erstens) – ein Zeichen, dass alle gleich wichtig sind.

Warum Etikette?

Karate-Etikette ist kein Militarismus und keine blinde Unterwerfung. Sie ist ein Werkzeug:

  • Sicherheit: Disziplin verhindert Unfälle im Training mit Vollkontakt-nahen Techniken
  • Konzentration: Rituale helfen, den Kopf freizubekommen
  • Gemeinschaft: Gemeinsame Regeln schweißen zusammen
  • Übertragbarkeit: Wer lernt, im Dojo respektvoll zu sein, bringt das auch nach Hause mit

Budo Akademie München – Traditionelles Shorin Ryu Karate und Matayoshi Kobudo seit 1989


Die vollständige Regelsammlung

Als aktives Dojo-Mitglied findest du alle 30 verbindlichen Verhaltensregeln hier: Verhaltensregeln im Dojo – vollständige Liste.


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